Berufsunfähigkeitsversicherung im Test für junge Leute 2018

Stiftung Warentest befindet 12 Berufsunfähigkeitsversicherungen für junge Leute für „sehr gut“

Junge Frau wird dank Berufsunfähigkeitsversicherung für junge Leute behandelt

Auch junge Menschen sind mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung besser abgesichert

Stiftung Warentest hat in Finanztest 9/2018 Berufsunfähigkeitsversicherungen für junge Leute getestet. Wer möglichst früh eine BU abschließt, zahlt entsprechend geringe Beiträge und genießt den wichtigen Versicherungsschutz. Doch Auszubildende oder Studenten üben noch gar keinen Beruf aus und verfügen in der Regel über wenig Geld. Stiftung Warentest hat 12 Berufsunfähigkeitsversicherung für junge Leute für sehr gut befunden.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen, denn ein Unfall oder eine schwere Krankheit können ohne Vorwarnung dazu führen, dass der erlernte Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann. Das geht zwangsläufig mit dem Ausbleiben des Gehalts einher, was ein Leben am Existenzminimum bedeuten kann. Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung erhält man in diesem Fall wenigstens eine Rente, mit der der Lebensstandard in den meisten Fällen gehalten werden kann.

Wie bei den meisten Versicherungen, die sich um das Themengebiet Arbeit, Gesundheit und Rente drehen, steigen die Beiträge mit dem Einstiegsalter. Wer in jungen Jahren eine BU abschließt, zahlt teils deutlich niedrigere Beiträge als jemand, der bereits 40 Jahre alt ist.
Als Student oder Auszubildender übt man noch keinen Beruf aus. Geld ist üblicherweise auch nicht viel da. Stiftung Warentest hat diverse Berufsunfähigkeitsversicherungen getestet, die für junge Leute geeignet sind, wenn sie sich zu günstigen Konditionen bereits vor Eintritt ins Berufsleben für den Fall der Berufsunfähigkeit absichern möchten.

Berufsunfähigkeitsversicherung für junge Leute schon ab 28 Euro

Die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung orientieren sich maßgeblich am Alter und dem Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko von Verletzungen und Erkrankungen, welche zur Berufsunfähigkeit führen können. Entsprechend hoch sind die Beiträge. Junge Menschen haben in der Regel wenige bis keine Vorerkrankungen und sind körperlich in gutem bzw. gesundem Zustand, weswegen ein geringes Risiko besteht und die Versicherungsbeiträge entsprechend niedrig angesetzt werden können. Eine BU ohne Gesundheitsfragen gibt es nicht. Das heißt, dass in jedem Fall Fragen zum Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers geklärt werden müssen.

Stiftung Warentest hat 12 Berufsunfähigkeitsversicherungen für junge Leute mit der Bestnote „sehr gut“ ausgezeichnet. Getestet wurden Berufsunfähigkeitsversicherung für Auszubildende und Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten. Beide möchten eine BU abschließen, bei der sie im Leistungsfall monatlich 1.000 Euro Rente erhalten. Das beste Angebot kommt von der Barmenia. Der Tarif SBU SoloBU erhielt die Note 0,9. Besonders günstig ist der Tarif SBU Comfort 2910 der Nürnberger. Der Modellstudent würde seine Berufsunfähigkeitsversicherung für monatlich nur 28 Euro Netto bekommen. Das sind die Testergebnisse des BU-Tests für Auszubildende und Studierende von Stiftung Warentest:

Anbieter Tarif Note Beiträge Azubi Netto (Euro) Beiträge Student Netto (Euro)
Barmenia SBU SoloBU 0,9 57 40
Provinzial Nordwest BUZ Top 1,2 59 43
SDK SBU 1,3 52 33
Volkswohl Bund SBU 1,3 53 31
Allianz SBU Plus OBUU plus Studentenklausel 1,4 42 35
AachenMünchener SBU 1,5 104 41
Advigon SBU ABU 2018M 1,5 59 35
Gothaer SBU Premium 1,5 44 34
HanseMerkur SBU Profi Care 1,5 54 38
Nürnberger SBU Comfort 2901 1,5 59 28
Öffentliche Oldenburg SBU Premium LA 3.201-17 1,5 80 56
Provinzial Hannover SBU Premium LA 3.201-17 1,5 86 62


Stiftung Warentest: Unbedingt Tarife vergleichen

Stiftung Warentest rät, nicht die erstbeste oder günstigste Berufsunfähigkeitsversicherung zu wählen, sondern die Tarife zu vergleichen und dabei auch perspektivisch zu denken. Die meisten Anbieter bieten nur Tarife mit einer Rente von bis zu 1.000 Euro an. Das mag am Anfang sicher ausreichen, jedoch erhöht sich der Lebensstandard, wenn es beruflich aufwärts geht.

Es sollte darauf geachtet werden, unter welchen Umständen die Berufsunfähigkeitsrente erhöht werden kann. Wichtig ist dabei auch, ob dafür eine erneute Gesundheitsprüfung notwendig ist. Ebenfalls wichtig ist, inwiefern die Rente begrenzt ist. Oftmals ist nämlich nur eine Erhöhung auf bis zu 2.000 Euro möglich.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, inwieweit der Berufsbezug festgeschrieben ist. Normalerweise ist es klar: Wer einen Beruf ausübt und das aufgrund von Unfall oder Krankheit nicht mehr kann, ist berufsunfähig. Auszubildende und Studierende üben jedoch noch keinen Beruf aus.

Stiftung Warentest weist darauf hin, dass der Berufsbezug bei Auszubildenden laut Bundesgerichtshof klar ist. Wer während der Ausbildung berufsunfähig wird, hat die gleichen Ansprüche wie jemand, der im Zielberuf des Azubis bereits arbeitet.

Bei Studenten kann es vorkommen, dass sie zunächst eine Art „Studierunfähigkeitsversicherung“ bekommen, dass also ihre Fähigkeit versichert ist, zu studieren. Hier ist fraglich, wie diese Unfähigkeit definiert ist, da man viele Fächer auch mit einer schweren Behinderung von zu Hause aus studieren kann, selbst wenn der Zielberuf nicht ausgeübt werden könnte. Es sollte daher darauf geachtet werden, dass der Zielberuf versichert ist. Im Idealfall lässt sich ein Berufsgebiet angeben oder der Zielberuf lässt sich während des Studiums noch ändern. Schließlich qualifizieren etliche Studiengänge für mehrere Berufe und der konkrete Zielberuf kristallisiert sich erst im Laufe des Studiums heraus.

Grundsätzlich macht es auch Sinn, sich mit den Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung, wie der Dread Disease Versicherung, auseinander zu setzen.


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