Selbstständige Umorganisation

Selbständigen droht eine Umorganisation in der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung

Selbständige brauchen eine exzellente persönliche Absicherung und müssen mehr Risiken angemessen begegnen als vergleichsweise Arbeitnehmer. Die private Berufsunfähigkeitsversicherung ist dabei von zentraler Bedeutung. Die Versicherer tragen dem nicht Rechnung und ziehen gerne eine Umorganisation in Erwägung.

Der Grund dafür, dass die BU-Rente mit die höchste Priorität bei der Absicherung hat ist, das die wenigsten Selbständigen Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung leisten und dadurch keinen Anspruch auf Rente wegen Erwerbsminderung haben.

Doch gerade bei diesem Personenkreis prüfen die Berufsunfähigkeitsanbieter bei Eintritt des Versicherungsfalls die Möglichkeit, ob eine Umorganisation des Betriebs möglich ist und dem Betroffenen zugemutet werden kann. Ist das der Fall, dann wird keine Berufsunfähigkeitsrente vom Versicherer bezahlt.

Umorganisation des Betriebes

Bedauerlicherweise gibt es in den Versicherungsbedingungen häufig keinerlei Hinweis auf die Umorganisation des Betriebes, so dass Sie als Kunde hier im Unklaren gelassen werden, welchen Umfang die Prüfung Ihres Versicherers im Anspruchsfall hat. Nur weil das in den Bedingungen nicht erwähnt wird, bedeutet das nicht von vorne herein den Verzicht darauf.

Im Gegenteil, die gängige Rechtsprechung ist hier eindeutig und legt fest unter welchen Bedingungen Ihnen eine Umorganisation Ihres Betriebes zugemutet werden kann.

Ausschlaggebend dafür, ob eine Umorganisation zumutbar ist, sind folgende Punkte:

  1. Der gesundheitliche Aspekt
    Können Sie als Selbständiger, Freiberufler, bzw. Inhaber eines Betriebes trotz Ihrer Erkrankung mit dem verbliebenen Restleistungsvermögen eine andere Tätigkeit innerhalb Ihrer Firma ausüben, die angemessen und in leitender Funktion ist?Als Selbständiger, Freiberufler oder Unternehmer sind Sie vor allem geschäftsführend tätig. Das muss bei einer Umorganisation berücksichtigt werden und die neue Funktion darf nicht eine Verlegenheitstätigkeit sein.
  2. Der wirtschaftliche Aspekt
    Ist die Umorganisation ihres Betriebes ohne großen finanziellen Aufwand zu bewerkstelligen und sind anschließend dauerhaft keine erheblichen Einkommeneinbussen zu erwarten.Die Rechtsprechung sieht hier laut eines Urteils des Landgerichts Frankenthal (Az.: 3 O 347/07) Einkommensverluste von bis zu 20 % als zumutbar an.

Sie sind zur Auskunft und Mitwirkung verpflichtet

Laut einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln (Az.: 5 U 28/07) müssen Sie Ihrem Versicherer zur Überprüfung Ihrer Ansprüche alle betrieblich relevanten Unterlagen zur Verfügung stellen. Nur wenn der Versicherer Einblick in die Betriebsführung hat, kann er entscheiden, ob Berufsunfähigkeit im Sinne der Vertragsbedingungen vorliegt oder sich durch eine gezielte Umorganisation verhindern lässt.