Erwerbsunfähigkeitsversicherung im Test: Die besten Angebote für 2017

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung hat den Ruf der zweiten Wahl. Sicher ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung auch weiterhin vorzuziehen, dennoch gewinnt die Erwerbsunfähigkeitsversicherung momentan deutlich an Attraktivität. Durch die steigenden Beiträge und harte Aufnahmekriterien wird die Arbeitsunfähigkeitsversicherung für viele Deutsche immer unerreichbarer. Wer dennoch seine eigene Arbeitskraft absichern möchte, spart bei einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung rund 40 Prozent. Sie kommt der Berufsunfähigkeitsversicherung am nähesten. Ist ein Arbeitnehmer langfristig außerstande, einer Beschäftigung nachzukommen, wird eine monatliche Rente ausbezahlt.

Jedoch hat der Schutz gegen Erwerbsunfähigkeit den Nachteil, dass der Arbeitnehmer für eine Auszahlung der Leistungen äußerst stark beeinträchtigt sein muss. Doch für viele Menschen ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung deutlich besser, als gar keine Absicherung für den Ernstfall zu haben. Die Redaktion von berufsunfaehigkeitsversicherung-test.de spürt die Testsieger der Erwerbsunfähigkeitsversicherung auf und erklärt, wie gut sich eine solche Police als Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung eignet.

Vergleich staatliche und private Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Hartnäckig hält sich innerhalb der Bevölkerung die Annahme, dass bei einer einsetzenden Erwerbsunfähigkeit die staatliche Vorsorge ausreicht. Doch die ausgezahlte Rente deckt die anfallenden Lebenshaltungskosten in der Regel nur teilweise ab. Voraussetzung für eine Auszahlung aus der gesetzlichen Rentenversicherung ist die Anerkennung der vollen Erwerbsminderung, die 2001 den Begriff der Erwerbsunfähigkeit abgelöst hat.

Dies ist der Fall, wenn eine Person aufgrund einer Krankheit, eines Unfalls oder psychischer Probleme nicht oder nur in geringem Maße einer beliebigen Arbeit nachkommen kann. Pro Tag sind meistens noch zwei bis drei Stunden Arbeit erlaubt, um dennoch die vollen Bezüge zu erhalten. Ist noch eine Arbeitszeit von bis zu sechs Stunden möglich, werden verringerte Beträge ausbezahlt.Je nach der Länge der Prämieneinzahlung fällt die gesetzliche Erwerbsverminderungsrente unterschiedlich hoch aus. Wer knapp 2.000 Euro brutto verdient und 30 Jahre eingezahlt hat, erhält rund 590 Euro in den alten und 525 Euro in den neuen Bundesländern. Das macht weniger als 30 Prozent des Bruttogehalts aus. Selbst, wer 45 Jahre seine Beiträge bezahlt hat, erhält weniger als die Hälfte seines letzten Bruttoverdienstes. Bei einem Einkommen von 3.700 Euro pro Monat würden im Ernstfall 1.650 beziehungsweise 1.460 Euro ausgezahlt werden.Im Gegensatz zur gesetzlichen Erwerbsverminderungsrente können die Beiträge bei der privaten Erwerbsunfähigkeitsversicherung frei verhandelt werden. Somit kann auch die Auszahlung der Rente deutlich erhöht werden.

Allerdings ist bei privaten Policen der Leistungsfall manchmal erst erreicht, wenn die Arbeitskraft komplett verloren gegangen ist – hier sollte daher ein genauer Blick in die Versicherungsbedingungen geworfen werden. Privat-Versicherer gestatten in der Regel ebenso wie die Anbieter von gesetzlichen Erwerbsunfähigkeitsversicherungen eine zwei- bis dreistündige Arbeitszeit.

Unterschied Erwerbsunfähigkeitsversicherung und Berufunfähigkeitsversicherung

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung eint, dass im Schadensfall keine Einmalzahlung, sondern eine Rente ausbezahlt wird. Die Voraussetzungen für die Rente sind jedoch unterschiedlich: Bei einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung muss je nach Vertrag eine volle Erwerbsunfähigkeit bzw. Erwerbsminderung vorliegen, damit ein Anspruch auf Leistungen besteht. Das trifft also erst zu, wenn jemand kaum oder gar nicht mehr in der Lage ist, zu arbeiten. Dabei ist die zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht wichtig: Handwerker können so etwa auf beratende Tätigkeiten und Akademiker auf sozial weniger angesehene Jobs verwiesen werden.

Erst, wenn jemand für den gesamten Arbeitsmarkt kaum oder gar nicht mehr in Frage kommt, springt die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ein. Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung muss für den Leistungsfall hingegen „nur“ eine 50-prozentige Einschränkung der Arbeitskraft vorliegen. Vereinfacht gesagt darf die Arbeitszeit also fortan nicht mehr als die Hälfte der bislang ausgeübten Tätigkeit ausmachen.
 Hierbei spielt der zuletzt ausgeübte Beruf sehr wohl eine Rolle. Existiert in dem Kontrakt keine abstrakte Verweisung, kann der Versicherer den Berufsunfähigen nicht einfach auf eine Tätigkeit hinweisen, die nicht seiner Lebensstellung entspricht. Nicht der allgemeine Arbeitsmarkt, sondern der konkret zuletzt ausgeübte Beruf dient also zur Einschätzung über die Berufsunfähigkeit. Dafür ist ein solcher Schutz deutlich teurer als eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung – besonders für sogenannte Risikogruppen wie Menschen mit körperlich fordernden Tätigkeiten.

Erwerbsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige interessant

Daher ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung insbesondere eine gute Alternative, wenn ein hoher Risikozuschlag gezahlt werden muss und die Berufsunfähigkeitsversicherung schlicht zu teuer ist. Gerade für Dachdecker, Maurer und Krankenschwestern, aber auch Musiker eignet sich daher alternativ eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Für Menschen mit Vorerkrankungen, wie etwa chronisch oder psychisch Kranke, bleibt häufig gar keine andere Wahl. Sie werden von den meisten Berufsunfähigkeitsversicherern abgeweisen. Bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung stehen die Chancen auf eine Aufnahme besser, jedoch fallen Menschen mit Vorerkrankungen nicht selten trotzdem durch die einfacher gestaltete Gesundheitsprüfung. Daher sollten Personen mit einer entsprechenden Krankenakte weitere Alternativen wie etwa eine Dread Disease gegen Schwere Krankheiten prüfen.

Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist darüber hinaus auch interessant, wenn der Nachweis einer Berufsunfähigkeit schwer fällt. Das ist insbesondere bei vielen Selbstständigen der Fall. Wer selbst Angestellte beschäftigt, kann viele seiner Aufgaben weiterdelegieren. Praktisch zahlen Berufsunfähigkeitsversicherer dann ohnehin erst, wenn eine Erwerbsunfähigkeit vorliegt. Auch wer eine Zeit lang oder permanent als Hausfrau- oder Mann tätig ist, hat dieses Problem. In beiden Fällen lohnt sich daher der günstigere Schutz. Wer jedoch etwa als selbstständiger Architekt arbeitet, kann den Verlust seiner Arbeitskraft leichter dokumentieren und sollte die Berufsunfähigkeitsversicherung bevorzugen.

Was bei einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung zu beachten ist

Nicht nur die monatlichen Prämien und die Höhe der Rente sollten eine wichtige Rolle bei der Auswahl der optimalen Erwerbsunfähigkeitsversicherung spielen. Durch ein geringes Eintrittsalter können Kunden bei einem gesunden Zustand von günstigen Konditionen profitieren. Viele Versicherer bieten jungen Leuten sogar an, die Police später in eine Berufsunfähigkeitsversicherung aufzuwerten. Darüber hinaus sollten Verbraucher die entscheidenden Leistungen sowie Boni kennen, die eine gute Erwerbsunfähigkeitsversicherung bereithalten kann.

Besonders wichtig ist die Nachversicherungsgarantie: Durch diese Vereinbarung kann der Vertrag flexibel und oft ohne erneute Gesundheitsprüfung angepasst werden, sofern sich die eigene Lebenssituation verändert. So kann die Prämie in Folge eines höherwertigen Jobs erhöht werden, gleichzeitig kann sie bei einer Scheidung oder dem Verlust des Arbeitsplatzes wieder gesenkt werden. Zusätzlich zum Schutz der eigenen Arbeitskraft kann auch ein vergleichsweise geringer Betrag für die Risikolebensversicherung festgehalten werden. So erhalten die Angehörigen im Todesfall eine sofortige finanzielle Unterstützung. Für den Versicherten selbst gibt es bei der guten Erwerbsunfähigkeitsversicherung einige Bonuspunkte, die nicht selbstverständlich sind. So erhöht sich bei einigen Versichern die Rente bei bestimmten besonders schweren Erkrankungen, auch wird in manchen Fällen einmalig eine zusätzliche Kapitalzahlung geleistet. Die Hannoversche bietet sogar die Unterstützung durch eine Verbraucherschutzorganisation an, damit die Leistungsprüfung vom Kunden nicht beanstandet wird. Im Kleingedruckten sollte generell auf Ausschlüsse geachtet werden: So greift der Schutz bei einem Versicherer etwa nicht, wenn die Erwerbsunfähigkeit durch eine Laser- oder Masernstrahlung verursacht wurde.

Focus Money: Hannoversche und Zurich Deutscher Herold gut für Handwerker

Die Berufsunfähigkeitsversicherer werden regelmäßig von diversen Verbraucherinstituten und Fahzeitschriften unter die Lupe genommen. Anders sieht es bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung aus. Auf diesem Gebiet fallen die Tests deutlich seltener aus. Der letzte renommierte Test wurde von Focus Money in der Ausgabe 45/2014 in Kooperation mit dem Analysehaus Franke & Bornberg vorgenommen. Um die Ergebnisse möglichst differenziert zu gestalten, wurden fünf 30- bis 45-jährige Modellpersonen aus verschiedenen Berufsgruppen auswählt. Dabei treten deutliche Differenzen zwischen Bürotätigkeiten und handwerklich fordernden Berufen zu Tage.

Auch im Vergleich von Basis- und Komforttarifen sind deutliche Unterschiede zu erkennen. So gibt es im Test der Erwerbsunfähigkeitsversicherungen von Focus Money in den verschiedenen Kategorien unterschiedliche Testsieger.In den drei Berufsgruppen aus Vertriebsleitern, Bankkaufleuten und Maschinenbauingenieuren geht die HDI im Komforttarif jeweils mit 1,62 als Testsieger hervor. Die Interrisk verpasst den ersten Rang mit der Note von 1,65 allerdings nur äußerst knapp. Für den Basistarif ergibt sich ein anderes Bild: Die Gothaer hält mit einer Beurteilung von 1,55 das beste Basis-Angebot für Bankkaufleute und Maschinenbauer bereit, während Vertriebsleiter bei der Stuttgarter Versicherung (Note 1,68) am besten aufgehoben sind.

Besonders relevant sind die Ergebnisse im Bereich der Malermeister und Tischler, für die eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung besonders reizvoll ist. Im Basis-Tarif ist die Hannoversche mit 1,53 in beiden Berufsgruppen nicht zu übertreffen. Das beste Komfort-Angeobt macht der Zurich Deutscher Herold mit 1,55, vor der Continentale (1,67) und dem Volkswohl Bund (1,72).

Interrisk günstigste Erwerbsunfähigkeitsversicherung bei Finanztest

Auch das renommierte Verbraucherinstitut Stiftung Warentest hat sich in der hauseigenen Zeitschrift Finanztest 06/2012 dem Thema Erwerbsunfähigkeitsversicherung gewidmet. Die 17 untersuchten Anbieter werden jedoch nicht nach einer Reihenfolge geordnet, so dass es keine direkten Testsieger gibt. Dennoch sind einige besonders empfehlenswerte Versicherer erkennbar: Am günstigsten ist die Interrisk mit dem Tarif EV(S), der pro Jahr für Männer 556 und für Frauen 600 Euro kostet. Der Tarif ist offen für alle Berufsgruppen und enthält eine Nachversicherungsgarantie. Das trifft auch für das Angebot der Europa zu, das jedoch zusätzlich noch eine Todesfallsumme von 25.000 Euro abdeckt. Für den Tarif ET-2 muss zudem mit 621 beziehungsweise 708 Euro nur ein unterdurchschnittlicher Beitrag entrichtet werden. Die höchste Todesfallsumme von 60.000 Euro und einer Nachversicherungsgarantie hält die Mamax mit dem Tarif Macura EU für rund 930 Euro im Jahr bereit.

Die Testergebnisse können für Verbraucher als Anhaltspunkt dienen, weichen jedoch in jedem Fall von der individuellen Situation ab. Daher ist es zu empfehlen, sich persönlich bei mehreren Anbietern über Kosten und Leistungen zu informieren und gegebenenfalls einen fachlichen Rat einzuholen.

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