Franke & Bornberg: „Private Berufsunfähigkeitsversicherung nicht gescheitert“

grüner Haken für verbesserte Leistungen bei BU

In letzter Zeit wurde Rufe nach einer staatlichen Berufsunfähigkeitsversicherung laut. Die Kritiker monieren eine hohe Ablehnungsquote sowie eine „Rosinenpickerei“ der Versicherer. Nun hat sich die angesehene Rating-Agentur Franke & Bornberg zu Wort gemeldet. Die Versicherungsexperten sehen durchaus Verbesserungspotential, halten aber nichts von einer pauschalen Kritik an der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung. Auch die staatliche Absicherung sei früher nicht ohne Schwächen gewesen.Bis zum Jahr 2001 war die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) in staatlicher Hand. Wer heute eine genaue Tätigkeit versichern will, benötigt eine private Berufsunfähigkeitsversicherung. Die gesetzliche Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) sichert allgemein die eigene Arbeitskraft ab. Um eine halbe EU-Rente zu kassieren, müssen Versicherte nicht länger als drei Stunden pro Tag für eine beliebige Arbeit in Frage kommen. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Bei ältere Menschen, die vor 1961 geboren wird, prüft die Rentenversicherung nur das eigene Tätigkeitsfeld.

Schlechte Karten für Risikoberufe

grüner Haken für verbesserte Leistungen bei BUIm vergangenen Jahr brachte das ARD-Magazin Report-Mainz die Debatte über eine staatliche Berufsunfähigkeitsversicherung wieder in Gang. Seitdem tauchen immer wieder zwei Argumente auf: Erstens führen Kritiker die ausufernde Differenzierung nach Berufsgruppen an. Anders als in der gesetzlichen Kranken- oder Rentenversicherung berechnen die Versicherer die Risiken nicht für das Kollektiv, sondern individuell für den einzelnen Kunden. Deshalb ist die private Police in riskanten Berufen wie Dachdecker um ein Vielfaches teurer als für Mathematiker oder Ärzte. Die Verlierer sind nach Ansicht der Zeitschrift Ökotest diejenigen, „die den Schutz am dringendsten brauchen“. Viele Verbraucher könnten sich einen BU-Vertrag in der jetzigen Form schlichtweg nicht leisten.Einige Berufsgruppen wie Busfahrer, Künstler, Sportler oder Musiklehrer haben laut Stiftung Warentest überhaupt keine Chance auf einen BU-Vertrag. Auch aufgrund von Vorerkrankungen kommen viele Verträge gar nicht erst zu Stande. Die hohe Ablehnungsquote der Versicherer wird allgemein als zweites gewichtiges Argument für eine staatliche Berufsunfähigkeitsversicherung gesehen.

Private Berufsunfähigkeitsversicherung besser als ihr Ruf

Franke & Bornberg relativiert die Vorwürfe in einer aktuellen Pressemitteilung. Die Forderungen gingen an den Fakten vorbei. Das Hannoveraner Unternehmen übt bisweilen selbst Kritik an der Berufsunfähigkeitsversicherung und relativierte zum Beispiel die hohe Leitungsquote, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ermittelt hatte. Nach Angaben von Franke & Bornberg würden Kunden nicht zu 77 Prozent, sondern zu rund 65 Prozent Leistungen erhalten. Dies ist jedoch eine höhere Quote als in der gesetzlichen Rentenversicherung, wo nur jede zweite Regulierung zu Gunsten der Kunden ausfällt.Zudem erinnerte Franke & Bornberg an die Gründe, warum die staatliche Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschafft wurde. In den 90-er-Jahren seien die Kosten explodiert. Auch heute steigen die Sozialausgaben ohne einen entsprechenden Schutz von Jahr zu Jahr an. Eine Rückkehr zur staatlichen Berufsunfähigkeitsversicherung ist nach Ansicht von Franke & Bornberg nicht bezahlbar und zudem sozial ungerecht. Zumal die gesetzliche BU-Rente auch damals nicht ausreichte, um sich vollends abzusichern. Die staatliche Erwerbsunfähigkeitsrente beträgt beispielsweise aktuell 370 Euro bei einer teilweisen und 662 Euro bei einer vollen Erwerbsminderung. Eine staatliche BU-Rente würde somit die private Vorsorge keinesfalls überflüssig machen.Franke & Bornberg mit LösungsansätzenDeshalb sei eine pauschale Kritik am privaten Versicherungssystem fehl am Platz. Vielmehr seinen konkrete Lösungsansätze gefragt. Franke & Bornberg rät der Politik dazu, in die private Berufsunfähigkeitsversicherung einzugreifen. Die Hannoveraner sehen die immer größer werdende Differenzierung nach Berufsgruppen ebenfalls kritisch. Gerechter sei eine gemeinsame Risikogruppe für alle Versicherten. Das würde für einige Unternehmen wahrscheinlich das Aus bedeuten, wäre für die Allgemeinheit aber besser. So könnten sich wieder mehr Menschen den enorm wichtigen Schutz sichern. Eine entsprechende Initiative der Versicherer sei durch kartellrechtliche Einschränkungen nicht möglich, weshalb der Gesetzgeber in der Pflicht stehe.Außerdem gehe es darum, den Berufsunfähigen nach dem Motto „Reha vor Rente“ eine Perspektive für einen beruflichen Wiedereinstieg zu bieten.

Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler: Neuer Tarif der Continentale

Schülerin mit Sparschwein

Die Continentale hat eine neue Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler auf den Markt gebracht. Die „PremiumBU Start Schüler“ kann ab einem Alter von zehn Jahren durch die eigenen Eltern abgeschlossen werden. Nur wenige Versicherer ermöglichen einen solch frühen Abschluss. Im Test von Franke & Bornberg erreicht die Continentale mit ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung eine hervorragende Note.Verbraucherschutzorganisationen wie Stiftung Warentest raten zu einem möglichst frühen Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Wer in jungem Alter und bei gutem Gesundheitszustand einen Vertrag unterschreibt, zahlt nur einen geringen Monatsbeitrag. Wer sich hingegen Zeit lässt, riskiert hohe Risikoaufschläge aufgrund von Vorerkrankungen oder sogar eine Ablehnung des Antrags.

Beruf kann bis zum 22. Lebensjahr angegeben werden

Schülerin mit Sparschwein
Bild: © Robert Kneschke – fotolia.com
Bei Schülern steht allerdings die Frage im Raum, welcher „Beruf“ eigentlich abgesichert werden soll. Schließlich fällen viele junge Leute die Entscheidung über ihre Ausbildung oder ihr Studium erst kurz vor Abschluss der Schulzeit. Die Continentale leistet deshalb in den ersten Jahren, falls Schüler mindestens sechs Monate nicht am Unterricht ohne spezielle Förderung teilnehmen können. Nach dem erfolgreichem Schulabschluss lässt sich der Vertrag anpassen: Entweder können Kunden ihren angestrebten Beruf oder ihre Studienrichtung angeben. Die neuen Prämien werden ohne erneute Gesundheitsprüfung und auf der Grundlage des ursprünglichen Abschlussalters berechnet.Kunden, die bis zum 22. Lebensjahr keine Angabe machen, sind ausschließlich gegen Erwerbsunfähigkeit versichert. Somit erhalten sie nur Leistungen, wenn sie keinen beliebigen Beruf mehr ausüben können. Die Voraussetzungen für eine Rente sind also deutlich strenger. Deshalb erinnert der Versicherer seine jungen Kunden sechs Monate vor Ablauf des 22. Lebensjahres, eine Berufsausrichtung anzugeben.

Bis zu 1.000 Euro monatliche Rente absichern

Die Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler kann dann abgeschlossen werden, wenn das Kind eine weiterführende Schule besucht. Dabei benötigen die Kinder die Unterstützung eines gesetzlichen Vertreters. Vorab müssen aufgrund einer vereinfachten Gesundheitsprüfung nur wenige Angaben gemacht werden. Mit der „PremiumBU Start Schüler“ kann eine BU-Rente bis zu einer Höhe von 1.000 Euro abgeschlossen werden. Das entspricht den Mindestanforderung des gemeinnützigen Bunds der Versicherten. Die Leistungen werden nach der gängigen Definition ausgezahlt, wenn ein Kunde mindestens sechs Monate zu 50 Prozent beeinträchtigt ist. Der Tarif ist rund um den Globus gültig.Nach Angaben der Continentale kostet die Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler anfangs rund 15 Euro im Monat. In den ersten 36 Monaten sind die Prämien auf die Hälfte des eigentlichen Beitrags rabattiert. Danach steigen die Prämien Schritt für Schritt an, bis sie ab dem achten Versicherungsjahr die volle Höhe erreicht haben.

Karriere-Paket für zusätzliche Extras

Die „PremiumBU Start Schüler“ kann mit zusätzlichen Bausteinen kombiniert werden. Das „Karriere-Paket“ kostet 10 Prozent extra, beinhaltet aber deutliche Mehrleistungen. Die Nachversicherungen fallen zu fünf Prozent günstiger aus. Außerdem wird der gesetzliche Schutz vor Erwerbsunfähigkeit in den ersten fünf Berufsjahren aufgebessert: In den ersten 60 Monaten der Berufstätigkeit können junge Leute gegenüber ihrer gesetzlichen Rentenversicherung außer bei einem Unfall keine Ansprüche auf eine Rente geltend machen. Deshalb zahlt die Continentale im Fall der Fälle eine Erwerbsunfähigkeits-Rente von bis zu 500 Euro. Darüber hinaus bietet das Karriere-Paket die Möglichkeit, die Berufsunfähigkeits-Rente nach einer erfolgreichen Ausbildung oder einem abgeschlossenen Studium auf bis zu 2.000 Euro zu erhöhen – ohne sich erneut einer Gesundheitsprüfung unterziehen zu müssen.Von Versicherungsexperten wird das neue Angebot der Continentale positiv aufgenommen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler erhält im Rating der renommierten Agentur Franke & Bornberg eine hervorragende Note. Das Rating „FFF“ für die „PremiumBU Start Schüler“ entspricht dem bestmöglichen Urteil „hervorragend“.

Faire Leistungsregulierung: Alte Leipziger, Volkswohl Bund und Cosmos ausgezeichnet

Faire Berufsunfähigkeitsversicherung - eine Checkliste

Die Rating-Agentur Assekurata hat kürzlich drei Berufsunfähigkeitsversicherer für ihre faire Leistungsregulierung ausgezeichnet. In Zusammenarbeit mit dem BU-Expertenservice kamen die Alte Leipziger, der Volkswohl Bund und die Cosmos unter die Lupe. Alle drei Versicherer überzeugten die Experten. Inwieweit die Leistungsquote eines Versicherers überhaupt aussagekräftig ist, ist jedoch umstritten.

Faire Berufsunfähigkeitsversicherung - eine Checkliste
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Da jeder vierte Deutsche berufsunfähig wird, empfehlen Verbraucherschützer wie Stiftung Warentest einen möglichst frühen Abschluss der Police. Im vergangenen Jahr äußerte das Magazin „Spiegel“ jedoch Kritik an der Leistungsbearbeitung der Unternehmen. Das veranlasste den Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), eine Studie in Auftrag zu geben. Demnach liegt die Leistungsquote bei 77 Prozent. Die Rating-Agentur Franke & Bornberg kommt nach eigenen Berechnungen auf eine Quote von 65 Prozent. Ein ähnliches Ergebnis wie in der GDV-Studie erhalten die Experten nur, wenn zurückgezogene Anträge und eigenes Verschulden (verletzte Mitwirkung) mit berücksichtigt werden.

Auch Morgen & Morgen testet die Berufsunfähigkeitsversicherungen

Im aktuellen Rating durchleuchtete die Assekurata drei Versicherer. Die Tester bescheinigten den untersuchten Anbietern eine transparente, kundenorientierte und kompetente Sachbearbeitung. Das Urteil fußt sowohl auf einer sachlichen Analyse der technischen Hilfsmittel als auch auf Gesprächen mit dem Führungspersonal und den Leistungsprüfern. Somit zeichnet die Assekurata die Alte Leipziger, den Volkswohl Bund und Cosmos als „fair“ aus.Wie hoch die Leistungsquote im Einzelnen ist, wurde nicht bekannt. Allerdings hat die Rating-Agentur Morgen & Morgen hierzu eine Statistik veröffentlicht. Die drei untersuchten Unternehmen sind nicht unter den zehn Versicherern mit einer hohen Leistungsquote zu finden. Die Volkswohl Bund nimmt die Anträge zu fast 72 Prozent, die Alte Leipziger zu 70,36 Prozent und die Cosmos Direkt zu 66,60 Prozent an. An der Spitze stehen die Debeka (85,31 %) sowie HDI (84,64 %).

Ist die Leistungsquote aussagekräftig?

Für die Auswertung setzte Morgen & Morgen die beantragten Leistungen ins Verhältnis zu den tatsächlich bewilligten Leistungen. Die Experten prüften jedoch nicht, inwieweit die Ansprüche auch gerechtfertigt waren. Zum Beispiel kann es ein berechtigter Einwand sein, wenn Versicherer einen Antrag aufgrund einer verschwiegenen Vorerkrankung zurückweisen. Schließlich ist es auch im Interesse der anderen Versicherten, dass die Leistungen nicht allzu unkritisch bearbeitet werden. Eine zu lasche Bearbeitung würde die Gemeinschaft belasten, weil die Kunden mit höheren Beiträgen rechnen müssten.Unter Versicherungsexperten bestehen generelle Zweifel an der Aussagekraft von Leistungs- und Prozessquoten. In die Statistik fließen nämlich nicht nur selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherungen (SBU), sondern auch Zusatzversicherungen zu anderen Produkten wie Lebensversicherungen ein. In der Zusatzversicherung werden in der Regel weitaus geringere Renten abgesichert. Bei diesen geringen Summen zeigen sich viele Versicherer kulant. Dadurch sind Unternehmen mit einem hohen Anteil an Zusatzversicherungen im Vorteil. Siehe auch unseren Artikel zum Thema BU + Lebensversicherung.

Eigene Fehler bei Anträgen vermeiden

Ohnehin ist eine allgemeine Leistungsquote keine Garantie dafür, dass ein Kunde im Einzelfall Leistungen erhält. Dies können Versicherte vor allem sicherstellen, indem sie die Anbieter intensiv vergleichen und einen Tarif mit freundlichen Versicherungsbedingungen wählen. Zudem kommen viele Ablehnungen durch eigene Fehler zu Stande. Deshalb sollten die BU Gesundheitsfragen vor dem Vertragsabschluss wahrheitsgemäß und vollständig gemacht werden. Viele Kunden nehmen sich zu wenig Zeit oder messen kleineren Vorerkrankungen eine zu geringe Bedeutung bei. Kommt es später zu einem Leistungsfall, sollte auch dieser Antrag formal richtig und mit der nötigen Ruhe eingereicht werden.

Frauen schließen Berufsunfähigkeitsversicherung früher als Männer ab

Junge Frau ist nachdenklich

Männer lassen sich zwei Jahre länger als Frauen Zeit, bis sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Der durchschnittliche männliche Kunde ist beim Vertragsabschluss 30 Jahre alt. Die typische weibliche Kundin wird bereits mit 28 aktiv. Das gab kürzlich der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bekannt.

Junge Frau ist nachdenklich
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Wie der GDV weiter informiert, hat sich der Anteil an Frauen in der Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung in den letzten Jahren langsam, aber stetig vergrößert. Vor fünf Jahren waren noch unter 37 Prozent der Kunden weiblich. Mittlerweile sind rund 38 Prozent Frauen. Der BU-Experte des GDV, Peter Schwark, macht zwei Gründe für den Zuwachs verantwortlich: Erstens seien heutzutage mehr Frauen berufstätig als früher. Zweitens verdienten sie besser und nicht selten auch mehr als ihr Partner. „Damit ist auch die Notwendigkeit weiter gestiegen, das Einkommen gegen das Risiko einer Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit abzusichern“, so Schwark in der GDV-Presseerklärung.

Stiftung Warentest rät zu frühem Abschluss

Männer gehen dabei mehr Risiko ein als Frauen, die sich rund zwei Jahre früher absichern. Der Zeitpunkt, bis zu dem die Verträge laufen, ist jedoch identisch: Im Durchschnitt läuft die Berufsunfsunfähigkeitsversicherung bei beiden Geschlechtern mit dem 60. Lebensjahr aus. Dafür sind vor allem finanzielle Zwänge verantwortlich – besser wäre es, die BU-Rente bis zum Eintritt in den planmäßigen Ruhestand sicherzustellen.Stiftung Warentest und Verbraucherschützer raten dazu, keine Zeit verstreichen zu lassen. Versicherungsexperte Rüdiger Falken stellt gegenüber dem Fernsehsender n-tv klar: „Je früher man sich absichert, desto besser„. Auf der anderen Seite muss natürlich auch ein ausreichendes Budget für die laufenden Zahlungen vorhanden sein. Spätestens wenn ein geregeltes Einkommen sichergestellt ist, ist ein Abschluss eines BU-Vertrags in der Regel sinnvoll. Stiftung Warentest rät etwa dazu, sich bis zum 35. Lebensjahr abzusichern. Wer diese Frist verpasst hat, sollte aber dennoch handeln, muss aber üblicherweise deutlich tiefer in die Tasche greifen.

94 % der Anträge werden angenommen

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zählt laut Stiftung Warentest, Focus-Money und Co. mit der privaten Haftpflicht auch zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Jeder vierte Arbeitnehmer muss die Karriere vorzeitig aufgeben. Deshalb sollte diese Police auch Vorrang vor beispielsweise einer Hausratversicherung haben.Für einen frühen Eintritt in die Berufsunfähigkeitsversicherung spricht, dass die Beiträge umso geringer ausfallen, umso jünger ein Kunde ist. Das Risiko ist in jungen Jahren deutlich geringer als in Mitten des Berufslebens. Somit stehen auch die Chancen besser, keine Leistungskürzungen hinnehmen zu müssen oder erst gar nicht aufgenommen zu werden. Je länger die Krankenakte, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Antrag ganz abgelehnt wird. Nach Angaben des GDV werden die Anfragen auf Aufnahme in die Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung aber zu 94 Prozent angenommen. Doch die Zeitschrift Ökotest weist darauf hin, dass letztendlich nur jeder Fünfte exakt den Schutz erhält, den er tatsächlich wünscht. Auch deshalb ist ein möglichst früher Abschluss ratsam.

Prämien je nach Beruf unterschiedlich

Natürlich wirken sich auch die Versicherungssumme, die laut Bund der Versicherten mindestens 1.000 Euro Rente pro Monat garantieren sollte, und die Laufzeit der BU-Versicherung auf die Höhe der Beiträge aus. Darüber hinaus spielt auch der ausgeübte Beruf eine sehr große Rolle. Handwerklich tätige Menschen müssen mit deutlich Aufschlägen rechnen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung kann darüber hinaus bei riskanten Hobbys wie Bergsteigen teurer werden.2014 existierten nach den Zahlen des GDV 17 Millionen Berufs- (BU) und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen (EU). 2014 kamen rund 450.000 neue Verträge hinzu. Beide Policen leisten, wenn die Arbeitskraft dauerhaft verloren geht – unabhängig von der Ursache. Die BU gilt als erste Wahl, weil sie bereits ab einer 50 prozentigen Berufsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübter Tätigkeit Leistungen ausschüttet. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt erst vor, wenn der Kunde komplett außerstande ist, mehr als drei Stunden in einem beliebigen Job tätig zu sein. Die EU ist eine Alternative für alle, die aufgrund von Vorerkrankungen keine BU erhalten.Quelle: http://www.gdv.de/2015/11/frauen-sichern-sich-frueher-gegen-berufsunfaehigkeit-ab/