Elternzeit in der Berufsunfähigkeitsversicherung: Wie können die Beiträge ausgesetzt werden?

Berufsunfähigkeitsversicherung während Elternzeit stilllegen

Während einer beruflichen Pause ist das eigene Einkommen meistens geringer oder kaum vorhanden. Daher überlegen viele Kunden, während der Elternzeit in der Berufsunfähigkeitsversicherung vorübergehend keine Beiträge zu bezahlen. Die Möglichkeit zur beitragsfreien Elternzeit in der Berufsunfähigkeitsversicherung ist oftmals in den jeweiligen Tarifbedingungen explizit festgehalten. Wird die Beitragsfreistellung nicht ausdrücklich erwähnt, kommt das Versicherungsunternehmen dem Wunsch des Kunden auf Anfrage oft nach. Die Redaktion von berufsunfaehigkeitsversicherung-test.de erklärt, welche welche Aspekte nach der Pause beachtet werden müssen. Außerdem verraten wir, warum es nicht rätsam ist, die Berufsunfähigkeitsversicherung in der Elternzeit komplett zu kündigen.

Beitragsfreie Elternzeit in der Berufsunfähigkeitsversicherung: Versicherungsschutz wird ausgesetzt

Berufsunfähigkeitsversicherung während Elternzeit stilllegenWährend der Elternzeit in der Berufsunfähigkeitsversicherung scheidet der Vater oder die Mutter vorübergehend aus dem Arbeitsleben aus. Werden die Prämien jedoch vollständig weiterbezahlt, bleibt auch die Absicherung der eigenen Arbeitskraft unabhängig von der Ausübung der Tätigkeit bestehen. Wird der Versicherungsnehmer während der Elternzeit in der Berufsunfähigkeitsversicherung berufsunfähig, hat er also unverändert einen Anspruch auf die monatliche Rente.Durch den Nachwuchs steigt die finanzielle Belastung manchmal so stark, dass für die eigene Absicherung nicht genügend Geld übrig bleibt. In diesem Fall sollte die Berufsunfähigkeitsversicherung besser pausiert als gekündigt werden. Auch eine Reduzierung der Beiträge ist denkbar. Eine Kündigung ist hingegen nur in den seltensten Fällen sinnvoll, und zwar wenn ein Tarif mit einem erheblichen Qualitätsprung gefunden wird. Durch die erneute Gesundheitsprüfung und das höhere Eintrittsalter sind in den allermeisten Fällen aber höhere Prämien oder Leistungseinschränkungen zu erwarten. Unter Umständen wird der Verbraucher auch ganz abgewiesen.Besser ist es grundsätzlich, während der Elternzeit in der Berufsunfähigkeitsversicherung zu bleiben und die Beiträge zu pausieren. Allerdings besteht in diesem Fall kein Schutz, sollte das Elternteil während der Auszeit berufsunfähig werden. Zudem ist zu beachten, dass einige Verträge für die Wiederaufnahme des Versicherungsschutzes eine erneute Gesundheitsprüfung vorschreiben. Der erneute medizinische Check könnte sich nachteilig auf die Höhe der Beiträge nach der Elternzeit in der Berufsunfähigkeitsversicherung auswirken. In jedem Fall sinkt durch eine Pausierung der Beiträge die vereinbarte Rente, die vom Unternehmen entsprechend vermindert wird.

Nach der Elternzeit in der Berufsunfähigkeitsversicherung optimal weiterversichert sein

Die Bedingungen für die Wiederaufnahme der Berufsunfähigkeitsversicherung sind von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich geregelt. So ist es nicht einheitlich geregelt, wie lange ein kurzfristiges Ausscheiden aus dem Arbeitsleben definiert ist. Liegt die Grenze bei drei Jahren, ist bis zu diesem Zeitpunkt nach Aufnahme der der bereits ausgeübte Beruf der Maßstab für die Versicherung. Jedoch enthalten einige Kontrakte nach einer längeren Pause beim beruflichen Wiedereinstieg eine sogenannte abstrakte Verweisung, die für den Verbraucher negative Folgen haben kann. Im Schadensfall könnte der Kunde dann auch auf einen anderen als den zuletzt ausgeübten Beruf verwiesen werden, der nicht seiner bisherigen Lebensstellung entspricht und sozial nicht ähnlich angesehen ist. Deshalb ist es aus Sicht des Versicherungsnehmers wichtig, sich vor der Elternzeit in der Berufsunfähigkeitsversicherung schon Gedanken über die Zeit nach der Pause zu machen und sich detailliert mit den Versicherungsbedingungen zu beschäftigen.Nach der Elternzeit steigen Mütter und Väter häufig in Form von Teilzeitarbeit wieder ins Berufsleben ein. Hierbei sollten sich die jungen Eltern bewusst sein, dass es schwieriger ist, nach einer Krankheit als berufsunfähig eingestuft zu werden. Die Grenze für die Leistungsauszahlung liegt bei einer 50-prozentigen Berufsunfähigkeit. Bei einer Vollzeitstelle von acht Stunden müsste nur noch eine täglich Arbeit von unter vier Stunden möglich sein, um eine Rente zu erhalten. Bei einer Teilzeitarbeit von beispielsweise vier Stunden sind es nur noch zwei Stunden tägliche Arbeit, wodurch sich der Anspruch auf Leistungen nur auf äußerst gravierende Erkrankungen beschränkt.

Berufsunfähigkeitsversicherung Test 2017: 65% der Tarife sind sehr gut!

Faire Berufsunfähigkeitsversicherung - eine Checkliste

Das unabhängige Analysehaus Morgen & Morgen hat im Mai 2017 einen großen Berufsunfähigkeitsversicherung Test durchgeführt. Getestet wurden 524 BU Tarife von 69 Anbietern. Insgesamt wurden 342 BU Tarife mit der Höchstwertung von 5 Sternen ausgezeichnet. Die Höhe der Beiträge wurde jedoch nicht berücksichtigt.

Morgen & Morgen analysiert regelmäßig eine Vielzahl von Berufsunfähigkeitsversicherungen, die in Deutschland angeboten werden. Im großen BU Test 2017 untersuchten die Experten 524 Tarife von 69 Anbietern. Getestet wurden ausschließlich die Leistungen, sodass sich die Testergebnisse nur auf die Qualität der Tarife beziehen und nichts über das jeweilige Preis-Leistungs-Verhältnis aussagen.

Das Gesamtergebnis setzt sich aus den Ergebnissen der vier Teilbewertungen BU-Bedingungen, BU- Kompetenz, BU-Solidität und BU-Antragsfragen zusammen. Mit 50 Prozent hatten die Versicherungsbedingungen den größten Einfluss auf das Endergebnis, direkt gefolgt von der BU-Kompetenz mit 30 Prozent. Die beiden übrigen Wertungen flossen zu jeweils 10 Prozent in die Endbewertung ein.

BU Testsieger: 342 Tarife von 54 Anbietern mit Bestwertung

Wenn man wie Morgen & Morgen nur die Leistungen miteinander vergleicht, können rund 65 Prozent aller getesteten BU Tarifen als Testsieger bezeichnet werden. 342 Tarife von 54 Anbietern erhielten die Bestwertung von fünf Sternen.

Unter den 54 Anbietern befinden sich auch 26 Versicherer, deren getestete Tarife ausschließlich mit fünf Sternen bewertet wurden. Diese sind in alphabetischer Reihenfolge:

  • AachenMünchener (6 Tarife)
  • Alte Leipziger (9 Tarife)
  • Barmenia (5 Tarife)
  • Basler (6 Tarife)
  • Bayern Versicherung (5 Tarife)
  • Continentale (20 Tarife)
  • Deutsche Ärzteversicherung (5 Tarife)
  • DEVK Allgemeine / Eisenbahn a.G. (je 2 Tarife)
  • Dialog (8 Tarife)
  • Europa (1 Tarif)
  • Familienfürsorge (1 Tarif)
  • Generali (9 Tarife)
  • Hannoversche Leben (2 Tarife)
  • HanseMerkur (4 Tarife)
  • HDI & HDI Konsortium (8 Tarife)
  • KlinikRente / MetallRente / Swiss Life ( 31 Tarife)
  • Nürnberger Beamten (6 Tarife)
  • Öfftl. Braunschweig (2 Tarife)
  • Provinzial Rheinland (3 Tarife)
  • R+V (4 Tarife)
  • Standard Life (2 Tarife)
  • Stuttgarter (6 Tarife)
  • SV Leben (6 Tarife)
  • uniVersa (2 Tarife)
  • Volkswohl Bund (9 Tarife)
  • VPV Lebensvers. AG (3 Tarife)

Tatsächlich gibt es nur wenige Tarife, die nach Meinung der Experten von Morgen & Morgen unzureichenden Schutz bieten. Lediglich neun der 524 getesteten BU Tarife erhielten nur einen einzigen Stern. Weitere 34 Tarife kamen jeweils auf nur zwei Sterne. Somit erhielten lediglich rund 8,2 Prozent aller Tarife eine unterdurchschnittliche Bewertung.

Nur Allianz und Alte Leipziger in allen Kategorien Testsieger

Obwohl es 26 Anbieter gab, deren Tarife ausschließlich mit fünf Sternen bewertet wurden, gibt es nur zwei Versicherer mit Tarifen, die auch in allen Teilkategorien die Höchstwertung erhielten. Fünf Sterne in jeder Testkategorie erhielten folgende Tarife:

  • Allianz: bAV-BUZ Plus, bAV-SBV Plus, BR-BUZ Plus, BU Invest Plus (AU), BU Invest Plus Pflege (AU), BUZ Plus (AU), BUZ Plus Pflege (AU), ESBV Plus (AU), ESBV Plus Pflege(AU), SBV Plus (AU), SBV Plus Pflege (AU)
  • Alte Leipziger: bAV-BUZ, bAV-SBU, BUZ, BUZ (AU), FRV BR-BUZ, FRV BUZ, FRV BUZ (AU), SBU, SBU (AU)

Der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist stets eine sehr individuelle Angelegenheit, da die Höhe der Beiträge von vielen persönlichen Faktoren wie beispielsweise Alter, Beruf oder gesundheitliche Vorgeschichte abhängig ist. Es ist daher in jedem Fall sinnvoll, vor der Entscheidung für einen Tarif einen ausführlichen Tarifvergleich durchzuführen. Testberichte wie dieser zeigen an, welche Tarife besonders interessant sein können, da der jeweilige Leistungsumfang, unabhängig von den individuellen Beiträgen, jeweils sehr gut ist.

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Berufsunfähigkeitsrente erhöhen? Vier Optionen zur Nachversicherung

Nicht wenige Kunden einer Berufsunfähigkeitsversicherung möchten die vereinbarte Rente nach einiger Zeit erhöhen. Je nach Versicherer gibt es unterschiedliche Nachversicherungsgarantien. Deshalb kann der Schutz manchmal nicht wie gewünscht angehoben werden. Experte Matthias Helberg informiert über drei weitere Möglichkeiten, wie die Versicherungssumme im Nachhinein erhöht werden kann.

Wer einen bestehenden Vertrag besitzt, möchte diesen in der Regel nicht aufs Spiel setzen. Denn bei jeder neu geschlossenen Berufsunfähigkeitsversicherung müssen Kunden eine erneute Gesundheitsprüfung ablegen. Allein durch das Älterwerden wird der Vertrag teurer. Gab es in der Zwischenzeit gesundheitliche Probleme, wird die Absicherung noch kostspieliger – im schlimmsten Fall kann der Antrag gar gänzlich abgelehnt werden.

Keine einheitliche Nachversicherung bei BU

Mit Hilfe der Nachversicherungsgarantie haben Kunden aber die Möglichkeit, ihren bestehenden Vertrag anzupassen. Eine solche Garantie ist aber nicht bei allen Unternehmen selbstverständlich. Außerdem gibt es Unterschiede, bei welchen Lebensereignissen und in welcher Höhe die Nachversicherungsgarantie greift. Anlässe für eine Nachversicherungsgarantie können die Geburt eines Kindes, eine Hochzeit oder eine Scheidung, die Aufnahme eines besser dotierten Jobs oder der Bau eines Eigenheims darstellen.

Manche Anbieter lassen eine Nachversicherung auch unabhängig von bestimmten Ereignissen zu.Bei den besten Angeboten aus dem Finanztest der Stiftung Warentest lassen sich die Renten innerhalb von zehn Jahren von 1.000 auf 2.000 Euro verdoppeln. Kunden mit höheren Ansprüchen müssen auch die Obergrenzen im Blick haben. Letztendlich hilft aber nur ein genauer Blick in die Versicherungsbedingungen, wann und wie die Berufsunfähigkeitsrente erhöht werden kann.

Zwei parallele Berufsunfähigkeitsversicherungen

Sind die Grenzen zu eng oder ist sogar keine Möglichkeit gegeben, haben Kunden aber drei weitere Möglichkeiten. Laut Helberg ist es zum einen denkbar, eine zweite Berufsunfähigkeitsversicherung parallel zum ersten Vertrag abzuschließen. Hier gilt es aber, die Vor- und Nachteile sorgfältig abzuwägen.Für zwei Berufsunfähigkeitsversicherungen spricht, dass das Risiko verteilt wird. Nur etwa 70 Prozent der Anträge auf Leistungen werden bewilligt.

Bei zwei Versicherern ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass zumindest ein Unternehmen die Berufsunfähigkeitsrente genehmigt und der Kunde im Ernstfall nicht mit leeren Händen dasteht. Entwickelt sich ein Unternehmen im Laufe der Jahre schlecht, kann dies durch den anderen Versicherer aufgefangen werden. Auf der anderen Seite ist die Absicherung über eine nachträgliche Berufsunfähigkeitsversicherung teuer. Zudem erhöht sich nicht nur im Leistungsfall der organisatorische Aufwand, da alle Verwaltungsaufgaben doppelt erledigt werden müssen.

Anschluss-BU und Kündigung

Als zweite Alternative bringt Helberg eine Anschluss-Berufsunfähigkeitsversicherung ins Spiel. So könnten Kunden einen neuen Vertrag abschließen, der erst nach dem Auslauf des bisherigen Vertrages gültig wird. Dadurch ist der Schutz deutlich preiswerter als durch zwei parallele Berufsunfähigkeitsversicherungen. Andererseits ist diese Möglichkeit kaum sinnvoll, wenn der eigentliche Vertrag schon bis zum Eintritt in die Rente konzipiert ist. Bei kürzeren Verträgen ist eine Anschluss-BU aber durchaus eine Option.Als letzte Möglichkeit steht Versicherten eine Kündigung ihres bisherigen Vertrages zu Gunsten einer neuen Versicherung mit höherer Rente offen. Dies ist denkbar, wenn der alte Vertrag noch nicht lange läuft und sich der Gesundheitzustand kaum verändert hat. Ist die Krankenakte dicker geworden, bedeutet ein solches Vorgehen ein großes Risiko. Es ist mit deutlich höheren Prämien oder gar einer Ablehnung durch den Versicherer zu rechnen. Bevor die alte Police gekündigt wird, sollte ohnehin erst eine Zusage der neuen Berufsunfähigkeitsversicherung vorliegen.

Im Einzelfall entscheiden

Welche der vier Möglichkeiten am besten geeignet ist, um die Absicherung aufzustocken, lässt sich pauschal nicht sagen. Es muss immer im Einzelfall geprüft werden, welche Möglichkeiten durch die Nachversicherungsgarantie bestehen und wie sehr die Rente erhöht werden soll. Bei Fragen zur Berufsunfähigkeit können Interessenten unseren Vergleich nutzen.

Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherer um 5,5 Prozent gestiegen

Immer mehr Menschen sichern Ihre Arbeitskraft

Die Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherer haben ihren Kunden im Jahr 2015 insgesamt 3,44 Milliarden Euro ausgezahlt. Doch nicht nur die Leistungen, auch die Anzahl der Versicherten und die abgesicherten Renten sind in der Hauptversicherung erneut gestiegen. Auch bei den Zusatzversicherungen gab es ein leichtes Plus. Das gab der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bekannt.Immer mehr Menschen sichern Ihre ArbeitskraftUm sich optimal gegen eine Berufsunfähigkeit zu schützen, sollten Kunden eine sogenannte „Hauptversicherung“ abschließen. Die selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) ist nicht an andere Versicherungen gekoppelt und die beste Möglichkeit, eine hohe Rente für den Ernstfall zu vereinbaren. Der GDV weist darauf hin, dass Zahlungen nur zu erwarten sind, wenn eine Berufsunfähigkeit eintritt. Übersteht ein Kunde sein Arbeitsleben, ohne Leistungen beanspruchen zu müssen, erhält er keine Leistungen. Die separate Berufsunfähigkeitsversicherung ist also eine reine Risikoversicherung.

Erstmals mehr als 4 Millionen Hauptversicherungen

Die SBU ist im Jahr 2015 stark gewachsen – obwohl es aufgrund der teilweise harten Annahmepolitik der Versicherer auch Kritik an der Branche gab. 3,44 Milliarden Euro zahlten die Versicherer entweder als Rente oder als Kapitalzahlung aus. Der Zuwachs um 5,5 Prozent entspricht fast genau der Anzahl der neu geschlossenen Hauptversicherungen. Im Vergleich zu 2014 registrierte der Branchenverband 5,4 Prozent mehr selbstständige Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen. Somit sind jetzt 4,06 Millionen eigenständige Policen zu verzeichnen. Zum ersten Mal wurde damit die Vier-Millionen-Marke überschritten.

Da Verbraucherschützer im Grunde jedem Berufstätigen eine entsprechende Absicherung nahelegen, ist die Zahl dennoch als ausbaufähig zu werten. Schließlich muss jeder Vierte vorzeitig seinen Beruf aufgeben.
Insgesamt haben die Kunden fast 600 Milliarden Euro an potenziellen BU-Renten abgesichert. Auch das ist ein gewaltiger Anstieg um 7,3 Prozent. Pro Kunde ergibt das für den Rest des Erwerbslebens eine versicherte Summe von fast 150.000 Euro. Allerdings müssen die Versicherten tendenziell auch etwas tiefer in die Tasche greifen: So erhöhte sich der laufende Jahresbeitrag um 8,4 Prozent auf rund 3,47 Milliarden Euro.

Kombination mit Rente- oder Lebensversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung lässt sich darüber hinaus als Zusatzversicherung zu einer Renten- oder Lebensversicherung abschließen. In diesem Fall ist sie allerdings nur „Beiwerk“ zu dem Hauptzweck der Altersvorsorge. Die Police dient also nur nachrangig der Absicherung der eigenen Arbeitskraft. Stattdessen erfüllt die Zusatzversicherung laut GDV hauptsächlich den Zweck, dass Versicherte ihre Beiträge zur Lebensversicherung auch dann bezahlen können, wenn sie berufsunfähig werden.“Der Versicherer übernimmt also in diesem Fall die monatlichen Zahlungen zur Altersvorsorge. Dass zusätzlich eine BU-Rente ausgezahlt wird, ist nicht selbstverständlich. Dies kann zwischen Versicherer und Kunden vereinbart werden, drückt sich normalerweise aber in höheren Prämien aus.

1,3 Prozent mehr Geld aus der Zusatzversicherung

In der Zusatzversicherung gab der GDV ebenso einen leichten Anstieg der Leistungen bekannt. Nur eine Statistik spricht gegen den allgemeinen Trend: So haben die Zusatzversicherungen gegenüber 2014 um 2,1 Prozent abgenommen. Die Kunden setzen laut GDV verstärkt auf die Hauptversicherung.Die Auszahlungen der Branche nahmen um 1,3 Prozent auf 5,23 Milliarden Euro zu. Bei 12,9 Millionen Zusatzversicherungen sind 1,06 Billionen Euro abgedeckt. Pro Vertrag ist allerdings eine deutlich geringe Rente abgesichert. Für den Einzelnen liegt der Schutz durchschnittlich bei etwas mehr als 82.000 Euro.

Berufsunfähigkeitstestversicherung Test: 300 Top-Noten bei Morgen & Morgen

Berufusnfaehigkeitsversicherung Testsieger

Das Analysehaus Morgen & Morgen hat einen ausführlichen Test zur Berufsunfähigkeitsversicherung veröffentlicht. Laut dem „M&M Rating Berufsunfähigkeit“ haben Kunden im Jahr 2016 eine noch größere Auswahl an sehr empfehlenswerten Produkten als im Vorjahr. Über 300 der 570 getesteten Tarife überzeugten mit einem Fünf-Sterne-Rating.Das angesehene Unternehmen aus Hofheim am Taunus nimmt die Berufsunfähigkeitsversicherer in regelmäßigen Abständen unter die Lupe. Die ausführlichen Resultate für 2016 stellt Morgen & Morgen hier zur Verfügung.

Nur jeder zehnte Tarif „schwach“ oder „sehr schwach“

Berufusnfaehigkeitsversicherung TestsiegerZu drei Fünfteln basiert das Ergebnis auf einer Untersuchung des Tarifs: 50 Prozent der Gesamtnote machten die exakten Bedingungen des Vertrags, weitere 10 Prozent die Antragsfragen aus. Zwei Fünftel des Urteils entfallen auf das Unternehmen an sich: Die Kompetenz des Versicherers fließt zu 30 Prozent, die Solidität zu weiteren 10 Prozent ein.Den Großteil der Tarife zeichneten die Tester mit der höchsten Bewertung aus. 304 Fünf-Sterne-Ratings bescheinigen eine „ausgezeichnete“ Arbeit der Versicherer. Das sind 38 Top-Noten mehr als im Vorjahr. Als sehr gut (vier Sterne) werden 63 Produkte eingeschätzt. Eine durchschnittliche Bewertung (drei Sterne) erhalten 151 Tarife. Als schwach (zwei Sterne) sind nur 40 Angebote anzusehen, mit einem „sehr schwachen“ Urteil (ein Stern) fallen 13 Tarife komplett durch. Auch die ausgezahlten BU-Renten der Versicherer in Höhe von 1,8 Milliarden Euro zeugen nach Ansicht der Morgen & Morgen-Führung von einer hohen Leistungsbereitschaft und einer gesellschaftlichen Verantwortung der Unternehmen.

Continentale beeindruckt mit 18 Top-Produkten

Mehrere Versicherer erreichen mit sämtlichen Tarifen die Bestnote. Kunden können also im Grunde kaum etwas falsch machen. Durchgängig mit fünf Sternen ausgezeichnet wurden diese Unternehmen:

  • Continentale: 18 Tarife
  • Barmenia: 9 Tarife
  • Stuttgarter: 9 Tarife
  • Dialog: 8 Tarife
  • Alte Leipziger: 7 Tarife
  • Generali: 7 Tarife
  • Volkswohl Bund: 7 Tarife
  • Bayern Versicherung: 5 Tarife
  • HanseMerkur: 5 Tarife
  • HDI: 5 Tarife
  • SV Leben: 5 Tarife
  • VGH Versicherungen: 5 Tarife
  • AachenMünchener: 4 Tarife
  • DEVK: 4 Tarife
  • Europa: 4 Tarife
  • R+V: 4 Tarife
  • Deutsche Ärzteversicherung: 3 Tarife
  • Provinzial Rheinland: 3 Tarife
  • Standard Life: 2 Tarife
  • Familienfürsorge: 1 Tarif

Andere Unternehmen schwankten weitaus stärker in ihren Bewertungen: Besonders drastisch sind die Unterschiede bei der Münsteraner LVM und der Münchener LV 1871. Beide Versicherer bieten sowohl einen ausgezeichneten als auch einen schwachen Tarif an:

1 Stern 5 Sterne
LV 1871 bAV Classic SBU Golden SBU
LVM BaV-BuV BUZ Plus

Sehr unterschiedlich wurden auch die Mecklenburgische (zwischen 1 und 4 Sternen) sowie Axa, Bayerische, Münchener Verein und WWK (zwischen 2 und 5 Sternen) eingeschätzt. Dazu kommen viele weitere Versicherer wie die Allianz, deren Tarife Morgen & Morgen zwischen drei und fünf Sternen einordnete.

Schlechte Noten für VLV und Vorsorge Leben

Als schwächster Versicherer fiel die VLV durch, die für beide Tarife nur einen Stern erhielt. Kaum besser war die Vorsorge Leben, die für rund ein Dutzend Produkte stets nur eine schwache Bewertung (zwei Sterne) bekam.Das Rating von Morgen & Morgen bietet einen sehr genauen Überblick über den Markt. So können Verbraucher beispielsweise die besten Angebote für Heilberufe, Studenten, Schüler oder Auszubildende herausfiltern.

Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler: Neuer Tarif der Continentale

Schülerin mit Sparschwein

Die Continentale hat eine neue Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler auf den Markt gebracht. Die „PremiumBU Start Schüler“ kann ab einem Alter von zehn Jahren durch die eigenen Eltern abgeschlossen werden. Nur wenige Versicherer ermöglichen einen solch frühen Abschluss. Im Test von Franke & Bornberg erreicht die Continentale mit ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung eine hervorragende Note.Verbraucherschutzorganisationen wie Stiftung Warentest raten zu einem möglichst frühen Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Wer in jungem Alter und bei gutem Gesundheitszustand einen Vertrag unterschreibt, zahlt nur einen geringen Monatsbeitrag. Wer sich hingegen Zeit lässt, riskiert hohe Risikoaufschläge aufgrund von Vorerkrankungen oder sogar eine Ablehnung des Antrags.

Beruf kann bis zum 22. Lebensjahr angegeben werden

Schülerin mit Sparschwein
Bild: © Robert Kneschke – fotolia.com
Bei Schülern steht allerdings die Frage im Raum, welcher „Beruf“ eigentlich abgesichert werden soll. Schließlich fällen viele junge Leute die Entscheidung über ihre Ausbildung oder ihr Studium erst kurz vor Abschluss der Schulzeit. Die Continentale leistet deshalb in den ersten Jahren, falls Schüler mindestens sechs Monate nicht am Unterricht ohne spezielle Förderung teilnehmen können. Nach dem erfolgreichem Schulabschluss lässt sich der Vertrag anpassen: Entweder können Kunden ihren angestrebten Beruf oder ihre Studienrichtung angeben. Die neuen Prämien werden ohne erneute Gesundheitsprüfung und auf der Grundlage des ursprünglichen Abschlussalters berechnet.Kunden, die bis zum 22. Lebensjahr keine Angabe machen, sind ausschließlich gegen Erwerbsunfähigkeit versichert. Somit erhalten sie nur Leistungen, wenn sie keinen beliebigen Beruf mehr ausüben können. Die Voraussetzungen für eine Rente sind also deutlich strenger. Deshalb erinnert der Versicherer seine jungen Kunden sechs Monate vor Ablauf des 22. Lebensjahres, eine Berufsausrichtung anzugeben.

Bis zu 1.000 Euro monatliche Rente absichern

Die Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler kann dann abgeschlossen werden, wenn das Kind eine weiterführende Schule besucht. Dabei benötigen die Kinder die Unterstützung eines gesetzlichen Vertreters. Vorab müssen aufgrund einer vereinfachten Gesundheitsprüfung nur wenige Angaben gemacht werden. Mit der „PremiumBU Start Schüler“ kann eine BU-Rente bis zu einer Höhe von 1.000 Euro abgeschlossen werden. Das entspricht den Mindestanforderung des gemeinnützigen Bunds der Versicherten. Die Leistungen werden nach der gängigen Definition ausgezahlt, wenn ein Kunde mindestens sechs Monate zu 50 Prozent beeinträchtigt ist. Der Tarif ist rund um den Globus gültig.Nach Angaben der Continentale kostet die Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler anfangs rund 15 Euro im Monat. In den ersten 36 Monaten sind die Prämien auf die Hälfte des eigentlichen Beitrags rabattiert. Danach steigen die Prämien Schritt für Schritt an, bis sie ab dem achten Versicherungsjahr die volle Höhe erreicht haben.

Karriere-Paket für zusätzliche Extras

Die „PremiumBU Start Schüler“ kann mit zusätzlichen Bausteinen kombiniert werden. Das „Karriere-Paket“ kostet 10 Prozent extra, beinhaltet aber deutliche Mehrleistungen. Die Nachversicherungen fallen zu fünf Prozent günstiger aus. Außerdem wird der gesetzliche Schutz vor Erwerbsunfähigkeit in den ersten fünf Berufsjahren aufgebessert: In den ersten 60 Monaten der Berufstätigkeit können junge Leute gegenüber ihrer gesetzlichen Rentenversicherung außer bei einem Unfall keine Ansprüche auf eine Rente geltend machen. Deshalb zahlt die Continentale im Fall der Fälle eine Erwerbsunfähigkeits-Rente von bis zu 500 Euro. Darüber hinaus bietet das Karriere-Paket die Möglichkeit, die Berufsunfähigkeits-Rente nach einer erfolgreichen Ausbildung oder einem abgeschlossenen Studium auf bis zu 2.000 Euro zu erhöhen – ohne sich erneut einer Gesundheitsprüfung unterziehen zu müssen.Von Versicherungsexperten wird das neue Angebot der Continentale positiv aufgenommen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler erhält im Rating der renommierten Agentur Franke & Bornberg eine hervorragende Note. Das Rating „FFF“ für die „PremiumBU Start Schüler“ entspricht dem bestmöglichen Urteil „hervorragend“.

Faire Leistungsregulierung: Alte Leipziger, Volkswohl Bund und Cosmos ausgezeichnet

Faire Berufsunfähigkeitsversicherung - eine Checkliste

Die Rating-Agentur Assekurata hat kürzlich drei Berufsunfähigkeitsversicherer für ihre faire Leistungsregulierung ausgezeichnet. In Zusammenarbeit mit dem BU-Expertenservice kamen die Alte Leipziger, der Volkswohl Bund und die Cosmos unter die Lupe. Alle drei Versicherer überzeugten die Experten. Inwieweit die Leistungsquote eines Versicherers überhaupt aussagekräftig ist, ist jedoch umstritten.

Faire Berufsunfähigkeitsversicherung - eine Checkliste
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Da jeder vierte Deutsche berufsunfähig wird, empfehlen Verbraucherschützer wie Stiftung Warentest einen möglichst frühen Abschluss der Police. Im vergangenen Jahr äußerte das Magazin „Spiegel“ jedoch Kritik an der Leistungsbearbeitung der Unternehmen. Das veranlasste den Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), eine Studie in Auftrag zu geben. Demnach liegt die Leistungsquote bei 77 Prozent. Die Rating-Agentur Franke & Bornberg kommt nach eigenen Berechnungen auf eine Quote von 65 Prozent. Ein ähnliches Ergebnis wie in der GDV-Studie erhalten die Experten nur, wenn zurückgezogene Anträge und eigenes Verschulden (verletzte Mitwirkung) mit berücksichtigt werden.

Auch Morgen & Morgen testet die Berufsunfähigkeitsversicherungen

Im aktuellen Rating durchleuchtete die Assekurata drei Versicherer. Die Tester bescheinigten den untersuchten Anbietern eine transparente, kundenorientierte und kompetente Sachbearbeitung. Das Urteil fußt sowohl auf einer sachlichen Analyse der technischen Hilfsmittel als auch auf Gesprächen mit dem Führungspersonal und den Leistungsprüfern. Somit zeichnet die Assekurata die Alte Leipziger, den Volkswohl Bund und Cosmos als „fair“ aus.Wie hoch die Leistungsquote im Einzelnen ist, wurde nicht bekannt. Allerdings hat die Rating-Agentur Morgen & Morgen hierzu eine Statistik veröffentlicht. Die drei untersuchten Unternehmen sind nicht unter den zehn Versicherern mit einer hohen Leistungsquote zu finden. Die Volkswohl Bund nimmt die Anträge zu fast 72 Prozent, die Alte Leipziger zu 70,36 Prozent und die Cosmos Direkt zu 66,60 Prozent an. An der Spitze stehen die Debeka (85,31 %) sowie HDI (84,64 %).

Ist die Leistungsquote aussagekräftig?

Für die Auswertung setzte Morgen & Morgen die beantragten Leistungen ins Verhältnis zu den tatsächlich bewilligten Leistungen. Die Experten prüften jedoch nicht, inwieweit die Ansprüche auch gerechtfertigt waren. Zum Beispiel kann es ein berechtigter Einwand sein, wenn Versicherer einen Antrag aufgrund einer verschwiegenen Vorerkrankung zurückweisen. Schließlich ist es auch im Interesse der anderen Versicherten, dass die Leistungen nicht allzu unkritisch bearbeitet werden. Eine zu lasche Bearbeitung würde die Gemeinschaft belasten, weil die Kunden mit höheren Beiträgen rechnen müssten.Unter Versicherungsexperten bestehen generelle Zweifel an der Aussagekraft von Leistungs- und Prozessquoten. In die Statistik fließen nämlich nicht nur selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherungen (SBU), sondern auch Zusatzversicherungen zu anderen Produkten wie Lebensversicherungen ein. In der Zusatzversicherung werden in der Regel weitaus geringere Renten abgesichert. Bei diesen geringen Summen zeigen sich viele Versicherer kulant. Dadurch sind Unternehmen mit einem hohen Anteil an Zusatzversicherungen im Vorteil. Siehe auch unseren Artikel zum Thema BU + Lebensversicherung.

Eigene Fehler bei Anträgen vermeiden

Ohnehin ist eine allgemeine Leistungsquote keine Garantie dafür, dass ein Kunde im Einzelfall Leistungen erhält. Dies können Versicherte vor allem sicherstellen, indem sie die Anbieter intensiv vergleichen und einen Tarif mit freundlichen Versicherungsbedingungen wählen. Zudem kommen viele Ablehnungen durch eigene Fehler zu Stande. Deshalb sollten die BU Gesundheitsfragen vor dem Vertragsabschluss wahrheitsgemäß und vollständig gemacht werden. Viele Kunden nehmen sich zu wenig Zeit oder messen kleineren Vorerkrankungen eine zu geringe Bedeutung bei. Kommt es später zu einem Leistungsfall, sollte auch dieser Antrag formal richtig und mit der nötigen Ruhe eingereicht werden.

Frauen schließen Berufsunfähigkeitsversicherung früher als Männer ab

Junge Frau ist nachdenklich

Männer lassen sich zwei Jahre länger als Frauen Zeit, bis sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Der durchschnittliche männliche Kunde ist beim Vertragsabschluss 30 Jahre alt. Die typische weibliche Kundin wird bereits mit 28 aktiv. Das gab kürzlich der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bekannt.

Junge Frau ist nachdenklich
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Wie der GDV weiter informiert, hat sich der Anteil an Frauen in der Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung in den letzten Jahren langsam, aber stetig vergrößert. Vor fünf Jahren waren noch unter 37 Prozent der Kunden weiblich. Mittlerweile sind rund 38 Prozent Frauen. Der BU-Experte des GDV, Peter Schwark, macht zwei Gründe für den Zuwachs verantwortlich: Erstens seien heutzutage mehr Frauen berufstätig als früher. Zweitens verdienten sie besser und nicht selten auch mehr als ihr Partner. „Damit ist auch die Notwendigkeit weiter gestiegen, das Einkommen gegen das Risiko einer Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeit abzusichern“, so Schwark in der GDV-Presseerklärung.

Stiftung Warentest rät zu frühem Abschluss

Männer gehen dabei mehr Risiko ein als Frauen, die sich rund zwei Jahre früher absichern. Der Zeitpunkt, bis zu dem die Verträge laufen, ist jedoch identisch: Im Durchschnitt läuft die Berufsunfsunfähigkeitsversicherung bei beiden Geschlechtern mit dem 60. Lebensjahr aus. Dafür sind vor allem finanzielle Zwänge verantwortlich – besser wäre es, die BU-Rente bis zum Eintritt in den planmäßigen Ruhestand sicherzustellen.Stiftung Warentest und Verbraucherschützer raten dazu, keine Zeit verstreichen zu lassen. Versicherungsexperte Rüdiger Falken stellt gegenüber dem Fernsehsender n-tv klar: „Je früher man sich absichert, desto besser„. Auf der anderen Seite muss natürlich auch ein ausreichendes Budget für die laufenden Zahlungen vorhanden sein. Spätestens wenn ein geregeltes Einkommen sichergestellt ist, ist ein Abschluss eines BU-Vertrags in der Regel sinnvoll. Stiftung Warentest rät etwa dazu, sich bis zum 35. Lebensjahr abzusichern. Wer diese Frist verpasst hat, sollte aber dennoch handeln, muss aber üblicherweise deutlich tiefer in die Tasche greifen.

94 % der Anträge werden angenommen

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zählt laut Stiftung Warentest, Focus-Money und Co. mit der privaten Haftpflicht auch zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Jeder vierte Arbeitnehmer muss die Karriere vorzeitig aufgeben. Deshalb sollte diese Police auch Vorrang vor beispielsweise einer Hausratversicherung haben.Für einen frühen Eintritt in die Berufsunfähigkeitsversicherung spricht, dass die Beiträge umso geringer ausfallen, umso jünger ein Kunde ist. Das Risiko ist in jungen Jahren deutlich geringer als in Mitten des Berufslebens. Somit stehen auch die Chancen besser, keine Leistungskürzungen hinnehmen zu müssen oder erst gar nicht aufgenommen zu werden. Je länger die Krankenakte, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Antrag ganz abgelehnt wird. Nach Angaben des GDV werden die Anfragen auf Aufnahme in die Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung aber zu 94 Prozent angenommen. Doch die Zeitschrift Ökotest weist darauf hin, dass letztendlich nur jeder Fünfte exakt den Schutz erhält, den er tatsächlich wünscht. Auch deshalb ist ein möglichst früher Abschluss ratsam.

Prämien je nach Beruf unterschiedlich

Natürlich wirken sich auch die Versicherungssumme, die laut Bund der Versicherten mindestens 1.000 Euro Rente pro Monat garantieren sollte, und die Laufzeit der BU-Versicherung auf die Höhe der Beiträge aus. Darüber hinaus spielt auch der ausgeübte Beruf eine sehr große Rolle. Handwerklich tätige Menschen müssen mit deutlich Aufschlägen rechnen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung kann darüber hinaus bei riskanten Hobbys wie Bergsteigen teurer werden.2014 existierten nach den Zahlen des GDV 17 Millionen Berufs- (BU) und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen (EU). 2014 kamen rund 450.000 neue Verträge hinzu. Beide Policen leisten, wenn die Arbeitskraft dauerhaft verloren geht – unabhängig von der Ursache. Die BU gilt als erste Wahl, weil sie bereits ab einer 50 prozentigen Berufsunfähigkeit in der zuletzt ausgeübter Tätigkeit Leistungen ausschüttet. Eine Erwerbsunfähigkeit liegt erst vor, wenn der Kunde komplett außerstande ist, mehr als drei Stunden in einem beliebigen Job tätig zu sein. Die EU ist eine Alternative für alle, die aufgrund von Vorerkrankungen keine BU erhalten.Quelle: http://www.gdv.de/2015/11/frauen-sichern-sich-frueher-gegen-berufsunfaehigkeit-ab/