Steuerliche Absetzbarkeit der Berufsunfähigkeitsversicherung

Die gute Nachricht für Verbraucher vorweg: Die steuerliche Absetzbarkeit der Berufsunfähigkeitsversicherung fällt seit dem Bürgerentlastungsgesetz aus dem Jahr 2010 deutlich positiver aus. Die private Absicherung gegen Berufsunfähigkeit kann beim Fiskus steuerlich geltend gemacht werden. Seit dem Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz von 2013 gelten für bestimmte Tarife sogar besonders verbraucherfreundliche Regelungen. In Kombination mit einer Riester Rente ist die steuerliche Absetzbarkeit der Berufsunfähigkeitsversicherung ebenfalls besonders hoch. Das Team von berufsunfaehigkeitsversicherung-test.de klärt daher in diesem Beitrag über die Details zur steuerlichen Absetzbarkeit der Berufsunfähigkeitsversicherung auf.

Steuerliche Absetzbarkeit der selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Einzelpolice zur Absicherung der eigenen Arbeitskraft kann nach § 10 Abs. 1 Nr. 3a des Einkommensteuergesetzes (EStG) als Vorsorgeaufwendungen beim Finanzamt geltend gemacht werden. Dabei stoßen Bürger jedoch schnell an finanzielle Grenzen in Form von Pauschalbeträgen. Oftmals ist die Höchstgrenze für Vorsorgeaufwendungen bereits durch die Kranken- und Pflegeversicherung, die Unfall- oder Arbeitslosenversicherung erreicht.

Für Angestellte, Rentner und Beamte liegt diese Grenze bei 1.900 Euro jährlich, Selbstständige können bis zu 2.800 Euro bei der Steuer absetzen.

Alle weitergehende Beträge fallen nicht unter die steuerliche Absetzbarkeit.

Seit 2014 gelten durch das Altersvorsorge Verbesserungsgesetz jedoch Ausnahmen für bestimmte zertifizierte Tarife. Für die verbesserte steuerliche Absetzbarkeit muss die Berufsunfähigkeitsversicherung jedoch einige Kriterien erfüllen: So muss der Kontrakt auf eine lebenslange Rente angelegt sein, wodurch sich viele Verbraucher einen solchen Tarif schlichtweg nicht leisten können. Allein durch die steuerlichen Vergünstigungen rechnet sich ein solches Angebot daher nicht. Wer eine Altersvorsorge in Kombination mit einer Berufsunfähigkeit finanzieren kann, muss für die steuerliche Absetzbarkeit zudem einige weitere Bedingungen erfüllen: So dürfen die Ansprüche nicht auf eine andere Person vererbt oder verkauft werden.

Berufsunfähigkeitsversicherung in Kombination mit Altersvorsorge steuerlich absetzbar

In Kombination mit einer gesetzlich geförderten Rente (Riester oder Rürup) ist die Grenze der steuerliche Absetzbarkeit der Berufsunfähigkeitsversicherung deutlich höher. Bei den Abzügen zur Basisversorung im Alter konnten für das Kalenderjahr 2014 Beträge bis zu 20.000 Euro geltend gemacht werden – bei Ehepaaren gilt die doppelte Summe. Im Dezember 2014 hat der Finanzausschuss des Bundestags eine Erhöhung der Grenze auf 22.172 Euro beschlossen. Die aufgeführten Ausgaben für die Basisversorung im Alter sind momentan noch nicht in voller Höhe absetzbar. Für das Jahr 2017 erkennt das Finanzamt 84 Prozent an, in den kommenden Jahren steigt die Quote um jeweils zwei Prozentpunkte bis zur vollen steuerlichen Absetzbarkeit der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Versteuerungspflicht der Berufsunfähigkeitsrente

Für den Versicherungsnehmer ist nicht nur die steuerliche Absetzbarkeit der Berufsunfähigkeitsversicherung, sondern auch die Pflicht zur Versteuerung der ausgezahlten Leistungen zu beachten. Ausschlaggebend für die steuerpflichtigen Einnahmen für die sogenannte „abgekürzte Leibrente“ ist der Ertragsanteil, zu dem die monatliche Rente beansprucht wird. Je kürzer die verbleibende Laufzeit der selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung, umso geringer fällt der steuerpflichtige Ertragsanteil aus. Nach § 55 Abs. 2 Einkommensteuer-Durchführungsverordnung beträgt dieser bei einer Rentenauszahlung über 45 Jahre 42 Prozent, bei 30 Jahren 30 Prozent und bei fünf Jahren lediglich noch 5 Prozent. Die Regelung für Kombinationen mit einer Altersvorsorge fällt im Gegensatz zur steuerlichen Absetzbarkeit für Verbraucher schlechter aus. Im Jahr 2016 galten 68 Prozent der Leistungen als steuerpflichtig. Renten aus der betrieblichen Absicherung gegen Berufsunfähigkeit müssen gar komplett versteuert werden. Steuerfreiheit für ihre monatliche Rente genießen nur Personen, die im Kalenderjahr geringere Einnahmen als 8.354 Euro generieren.

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