Berufsunfähigkeitsversicherung für Auszubildende

Azubi fragend über Berufsunfähigkeitsversicherung

Bild: © DDRockstar – fotolia.com

Sowohl Stiftung Warentest als auch andere Institute sind sich einig: Für Azubis lohnt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung so gut wie immer. Und das gleich aus mehreren Gründen: Zum einen haben gerade Azubis und Azubinen in jungen Jahren noch die Chance, einen guten Versicherungsschutz zu einem sehr günstigen Preis zu erhalten. Zum anderen sind Auszubildende ohne eine entsprechende Berufsunfähigkeitsversicherung überhaupt nicht sozial abgesichert, falls sie noch während ihrer Ausbildung berufsunfähig werden. Sie haben dann nicht einmal einen Anspruch auf eine geringe Erwerbsminderungsrente vom Staat. Deshalb ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Auszubildende in der Regel sinnvoll.

Brauche ich eine BU als Azubi?

Auf der anderen Seite haben Auszubildende ein deutlich geringeres Risiko als ältere Arbeitnehmer. Die Wahrscheinlichkeit einer vorzeitigen Aufgabe des Berufs ist unter jungen Leuten äußerst gering. Ist die Berufsunfähigkeitsversicherung für Auszubildende also rausgeschmissenes Geld? Zwar sind junge Leute weniger anfällig, doch vor (Arbeits)unfällen oder Krankheiten sind auch sie nicht gefeit. Darüber hinaus ist eine frühzeitige Absicherung auch eine Investition in die Zukunft und daher ist eine BU Versicherung sinnvoll. Im Vergleich zu älteren Generationen hält das Magazin Focus-Money die Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit für höher und beziffert das Risiko auf 43 Prozent bei Männern und auf 38 Prozent bei Frauen. Dies ist auch logisch, da Berufseinsteiger bis zur Rente einen weiteren Weg zurücklegen müssen als Arbeitnehmer inmitten ihrer Karriere.

Ohnehin zählt Stiftung Warentest ebenso wie Focus-Money oder der Bund der Versicherten die Berufsunfähigkeitsversicherung zu den wichtigsten Versicherungen auf dem Markt. Schließlich muss mittlerweile im Durchschnitt jeder vierte Deutsche vorzeitig aus dem Beruf ausscheiden. Bevor man beispielsweise eine Hausratversicherung abschließt, lohnt es sich üblicherweise, zunächst die eigene Arbeitskraft zu sichern. Denn diese sichert die eigene Existenz ab und ist somit auch für alle fitten Azubis, die von ihrer Arbeit leben, wichtig.

Azubis mit Chance auf günstigen BU-Tarif

Junge, kerngesunde Leute haben es wesentlich leichter als ältere Kollegen, einen Top-Versicherungsschutz zu guten Konditionen und günstigen Beiträgen zu erhalten. Während es für Schülerinnen und Schüler noch wenig Sinn macht, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, sind Auszubildende gut beraten, sich gleich mit ihrem Ausbildungsbeginn um eine Police zu kümmern. Denn je gesünder und fitter ein Antragsteller ist, desto eher kann er auch noch eine günstige Berufsunfähigkeitsversicherung mit guten Leistungen erhalten.

Wer wartet und später zum Beispiel Rückenprobleme oder Sportverletzungen bei den BU Gesundheitsfragen angeben muss, kann den wichtigen Schutz dann oftmals nur noch mit hohen Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen bekommen. Auszubildenden wird aus diesem Grund immer wieder empfohlen, sich möglichst früh um eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bemühen. So hält es auch Stiftung Warentest für sinnvoll, sich spätestens bis zum 35. Lebensjahr abzusichern. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sorgen Frauen frühzeitiger vorals Männer. Die weibliche Bevölkerung schließt durchschnittlich mit 28 Jahren einen Vertrag ab, während sich männliche Kollegen zwei Jahre länger Zeit lassen. Das Motto vieler Experten lautet jedoch eindeutig: „Je früher, desto besser“.

Was leistet die Berufsunfähigkeitsversicherung für Auszubildende?

Am Markt gibt es einige Versicherer, die sehr gute Tarife für Azubis und Azubinen anbieten. Sie alle zahlen dem versicherten Auszubildenden eine Rente aus, wenn dieser wegen einer Krankheit, einem Unfall oder wegen Kräfteverfall seinen angestrebten Beruf nicht mehr ausüben kann oder wenn er die Fähigkeit verliert, seine Ausbildung fortzusetzen und abzuschließen. Expertenverbände wie der Bund der Versicherten empfehlen, die Hälfte bis drei Viertel des Nettogehalts als Rente abzusichern. Als konkreter Mindest-Wert gilt eine Versicherungssumme von mindestens 1.000 Euro pro Monat. Auszubildende sollten trotz ihres begrenzten Budgets vorausschauen handeln, da sich die Lebensumstände vermutlich deutlich ändern werden. So hilft eine Dynamik, die Leistungen und Prämien an die Inflation zu koppeln. Ansonsten droht auf lange Sicht ein erheblicher Wertverlust.

Zweitens ist es sinnvoll, für eine bessere Flexibilität eine Nachversicherungsgarantie zu vereinbaren. Mit Hilfe dieser Klausel können ehemalige Auszubildende auf wichtige Ereignisse reagieren. So können sie die Versicherungssumme nach der Geburt eines Kindes, einer Heirat oder der Annahme einer festen Arbeitsstelle erhöhen. Auf der anderen Seite ist es notfalls auch vorstellbar, die Versicherungssumme nach einer Scheidung oder dem Verlust des Jobs zu senken. Wer sich eine Nachversicherungsgarantie zusichern lässt, muss bei solchen Ereignissen auch keine erneute Gesundheitsprüfung ablegen. Das ist nicht nur bequem, sondern kommt auch wahrscheinlichen Beitragserhöhungen zuvor.

Worauf müssen Auszubildende bei der BU besonders achten?

BU Checkliste für AzubisFür Berufsanfänger gibt es das Problem, das ihr zukünftiges Tätigkeitsfeld noch nicht so klar ist wie bei einem langjährigen Beschäftigten. Auszubildende sollten daher sehr genau darauf achten, wie der Versicherer den Begriff Berufsunfähigkeit in den Vertragsbedingungen definiert. Denn bei einigen Anbietern ist noch immer eine sogenannte abstrakte Verweisung üblich, die es der Versicherung im Ernstfall möglich macht, die vereinbarte Rentenzahlung mit dem Verweis auf vergleichbare, sozial verträgliche Tätigkeiten zu verweigern. Dabei spielt es keine Rolle, ob es auf dem Arbeitsmarkt überhaupt eine Stelle für den vorgeschlagenen Beruf gibt.

Wer während seiner Lehrzeit eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, muss in besonderem Maß Vorsicht walten lassen. In der Branche ist es nicht unüblich, bei Auszubildenden während des ersten Lehrjahres strengere Maßstäbe anzusetzen. Wenig verbraucherfreundliche Versicherungen sehen innerhalb der ersten zwölf Monate nur Leistungen vor, wenn der Kunde nicht nur berufs-, sondern gänzlich erwerbsunfähig wird. Hierfür ist eine deutlich größere Beeinträchtigung notwendig – der Auszubildende müsste praktisch gar nicht mehr in der Lage sein, überhaupt einem Beruf nachzukommen. Dies ist nur bei äußerst gravierenden Verletzungen der Fall. Auf der anderen Seite sind viele Versicherer aber wesentlich freundlicher: Sie verzichten auch bei Auszubildenden von Anfang an auf den Einwand der abstrakten Verweisung.

Darüber hinaus ist es als Berufseinsteiger auch sinnvoll, sich nach möglichen Rabatten zu erkundigen. Viele Unternehmen gewähren jungen Leuten zum Start ihrer Karriere einen Bonus. Weil während der Ausbildung wenig Geld zur Verfügung steht, kommt das dem Kunden sehr zu Gute. Erst wenn das eigene Einkommen mit dem Abschluss der Ausbildung steigt, muss in der Regel ein regulärer Beitrag bezahlt werden.

Berufsunfähigkeitsversicherung für Auszubildende im Test

Da die Unternehmen also mit zweierlei Maß messen, ist ein Vergleich für junge Leute besonders wichtig. Auf der Suche nach der passenden Police können neben Online-Rechnern auch Versicherungsexperten behilflich sein. Kein maßgeschneidertes Angebot, aber eine gute Orientierung für empfehlenswerte Anbieter geben außerdem die Testergebnisse von Stiftung Warentest und Co.

Im Heft 38/2015 stellt Focus-Money die besten Berufsunfähigkeitsversicherungen für Auszubildende vor. Bei dem Vergleich arbeitete das Wirtschaftsmagazin mit dem Deutschen Finanz-Service Institut (DFSI) zusammen. In die Bewertung gingen eine Note für die Prämien (45 Prozent), die Versicherungsbedingungen (30 Prozent) sowie die Finanzkraft der Versicherer (25 Prozent) ein. Der Modellfall beschäftigte sich mit einer 20-jährigen Bankkauffrau. Da sie ihre Tätigkeit im Büro erledigt, ist das Ergebnis allerdings wenig repräsentativ für handwerkliche Berufe. Maler oder Krankenschwestern müssten mit höheren Beiträgen rechnen.

Beste Versicherer mit Filialnetz

  1. Gothaer 1,34
  2. Allianz 1,51
  3. HDI 1,53

Beste Direktversicherer

  1. Europa 1,38
  2. Hannoversche 1,56
  3. Huk24 1,59

Zusätzlich stellte Focus-Money auch die besten Policen für Studenten vor. Zählt man beide Gruppen zusammen, erweisen sich die Allianz mit ihrem Filialnetz und Europa durch das günstige Internetangebot als beste Versicherer für junge Leute.

Außerdem hat auch Stiftung Warentest die besten Berufsunfähigkeitsversicherungen in der Zeitschrift Finanztest 8/2015 vorgestellt. Das Institut prüfte zwar nicht explizit nach den besten Policen für Auszubildende, dennoch repräsentierten die Musterkunden mit einem Alter zwischen 25 und 30 Jahren eine junge Zielgruppe. In dem Vergleich wurden 70 Versicherer bewertet, von denen 40 Unternehmen mit der Note sehr gut überzeugten. Aufgrund der äußerst positiven Bewertung gab es unter Versicherungsexperten Kritik an dem Test. Zudem sei der Vergleich zu undifferenziert ausgefallen.

Stiftung Warentest rät dazu, eher ein leistungsstarkes Premium-Produkt als einen Basis-Tarif auszuwählen. Der Aufpreis fällt im Vergleich zu den besseren Leistungen relativ gering aus.

Stiftung Warentest: Beste Berufsunfähigkeitsversicherungen

Versicherer Note Tarif
Provinzial Rheinland 0,7 SBU Top-SBV
Europa 0,8 SBU Vorsorge Premium E-B1
Condor 0,9 SBU C80
R+V 0,9 BUZ BR und SBU BV
Hanse Merkur 0,9 SBU Profi Care

Der Testsieger Provinzial Rheinland ist nur in ausgewählten Gebieten (in den Regierungsbezirken Düsseldorf, Köln, Koblenz und Trier) verfügbar. Wie der Test zeigt, gibt es deutschlandweit aber zahlreiche sehr gute Alternative.

Unser kostenloser Service für Sie: Informieren Sie sich kostenlos und unverbindlich zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung

Weitere Informationen zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung für junge Leute gibt es bei tarifini.de
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (No Ratings Yet)
Loading...